Langsam hebt sich das große Stahlgerüst der zukünftigen Brücke über die Köpfe der Arbeiter hinweg. Es ist das größte von insgesamt drei Stahlteilen – jedes davon wiegt über zehn Tonnen. Langsam und präzise schwebt das Brückenstück über die dafür vorgesehene Halterung. Was von außen spielerisch leicht wirkt, ist in Wahrheit Millimeterarbeit.
Faszination Baustelle
„Es ist natürlich immer spannend, gerade wenn so große Teile eingehoben werden“, erklärt Robert Sitzmann, Bauleiter der Bayerischen Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 (LGS). Auch Gäste des Phönix-Wohnmobilhafens versammeln sich trotz der frühen Uhrzeit rund um den Autokran am Regenrückhaltebecken im Landschaftspark und bestaunen das schwebende Stahlteil. Für die Landesgartenschau ist es ebenfalls ein besonderer Tag. Die Brücke wird künftig Teil des Rundwegs sein. Dieser existierte bislang nur auf dem Papier und wird nun Schritt für Schritt zur Realität. „Es ist wie eine Belohnung, wenn man sieht, was auf der Baustelle in kürzester Zeit umgesetzt wird“, so Sitzmann.
Der Kreis schließt sich
Der Rundweg ist Teil der Daueranlagen, die der Stadt Bad Windsheim auch nach der Landesgartenschau 2027 erhalten bleiben. Mit dem Landschaftspark wird das Kurviertel um einen weiteren Park ergänzt. Durch die Brücke über das Regenrückhaltebecken entsteht nun ein Rundweg, der im weiteren Verlauf über den renaturierten Küwasengraben und vorbei am Grünen Klassenzimmer führt. Damit erhalten die Besucher des Parks die verschiedensten Eindrücke.
Ohne Zusammenhalt nicht möglich
Das Regenrückhaltebecken grenzt unmittelbar an die Mobile Homes des Wohnmobilhafens. Die Betreiber der Anlage wurden daher frühzeitig in die Planung des Brückeneinhubs einbezogen. „Die Zusammenarbeit mit dem Wohnmobilstellplatz klappt sehr gut“, freut sich Robert Sitzmann. Die Betreiber des Phönix-Wohnmobilhafens hatten der LGS im Vorfeld Flächen zur Verfügung gestellt. Diese wurden genutzt, um die Stahlteile vorzumontieren und den Autokran aufzustellen, der für den Einhub der Brückenelemente benötigt wurde.
Eine ganz besondere Brücke
Die Landschaftsarchitekten vom Büro RMP Stephan Lenzen haben sich für die Brücken des Rundwegs etwas ganz Besonderes ausgedacht: Das außergewöhnliche Edelstahlgeländer wird mit Netzen bespannt, der Bodenbelag besteht aus sägerauer Lärche. Dadurch wirkt die Brücke zeitgleich modern, als auch naturnah und ist eine wundervolle Ergänzung für die Daueranlagen der Landesgartenschau.